Clemens Marschall – Wilde Wanda
Preisspanne: € 10,00 bis € 16,00
Beschreibung
Bilder: Clemens Marschall © Jana Madzigon / Wilde Wanda © Brandstätter Verlag

Gefürchtet, geächtet, gefeiert: Wanda Gertrude Kuchwalek, besser bekannt als die „Wilde Wanda“, war eine Ikone der Wiener Unterwelt. Ein Leben zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Exzess und Verzweiflung, zwischen Emanzipation und Abgrund – und eine Legende, die bis heute fasziniert.
Clemens Marschall erzählt ihre Geschichte und die der Wiener Unterwelt in einer bisher nie dagewesenen Tiefe. Wanda Kuchwalek, die sich als einzige Frau in der Männerdomäne der Zuhälterei behauptete, war nicht nur eine der gefährlichsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, sondern auch eine provokative Rebellin gegen gesellschaftliche Konventionen. Sie lebte offen lesbisch, als darauf noch eine Kerkerstrafe von bis zu fünf Jahren stand, und hinterließ eine äußerst ambivalente Spur mit zahlreichen Opfern.
Von ihrer Kindheit als Tochter einer Schlangentänzerin und Missbrauch in Heimen über ihren Aufstieg in der Unterwelt bis hin zu ihrem tiefen Fall: Auf Basis jahrelanger Recherche, akribischer Archivarbeit und intimer Gespräche mit Zeitzeuginnen enthüllt Clemens Marschall die Wahrheit hinter den Mythen. Das Psychogramm einer Frau, die aus allen Rollen fällt – und eine Einladung, über die Dynamiken von Macht, Verletzlichkeit und Rollenbilder nachzudenken.
„Es gibt Geschichte und Geschichte. Die eine kennen wir. Aber die andere, die wird seit Jahrzehnten hinter vorgehaltener Hand erzählt. Es ist die Legende der Wilden Wanda, die dabei am lautesten geflüstert wird. Clemens Marschall schreibt sie endlich auf. Und niemand könnte sie schöner und zugewandter erzählen: die Ballade der Pülcher und der Halbwelt, die in Wien stets Teil der Ganzen war. Ein sprachgewaltiges Echo aus einem Wien, das es so nicht mehr gibt. Oder doch? Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich von Orten, die vielleicht nur noch Clemens Marschall kennt.“
David Schalko
Clemens Marschall ist promovierter Musikwissenschaftler, Autor, freier Journalist (u.a. Die Zeit, Wiener Zeitung, Ö1) und Gründer des Magazins Rokko’s Adventures, das auch als ORF-Fernsehmagazin umgesetzt wurde. Der Randzonen- und Grenzlandforscher, Beobachter und Chronist verschiedener Subkulturen veröffentlichte u.a. gemeinsam mit dem Fotografen Klaus Pichler „Golden Days Before They End“, einen Text-Bild-Band über aussterbende Wiener Espressos, Beisln und Branntweiner.
Pressespiegel:
„Clemens Marschall schafft es, das Milieu zu erklären, ohne es zu verherrlichen, ohne es zu verdammen, ohne Berührungsängste. Beeindruckend ist dabei die respektvolle und nahezu liebevolle Haltung, die dieses Buch durchzieht.“ – Deutschlandfunk
„Seine Biografie über Wanda Gertrude Kuchwalek ist ein präzises und schonungslos recherchiertes Psychogramm einer Frau, die jede gesellschaftliche Norm sprengte.“ – Vol.at
„Ein großartiges Buch.“ – Die Welt
„Marschall ist Chronist eines praktisch verschwundenen Wiens zwischen Grindbeisln, Prater- und Gürtelstrich.“ – Falter
„Besonders eindrucksvoll ist, wie stark das Wien dieser Zeit spürbar wird. Dieses widersprüchliche Umfeld, in dem Wanda sich behaupten musste, ist fast eine eigene Figur in diesem Buch. Und gerade das macht den Reiz aus.“ – Morawa Leserrezension
„Das Buch taucht ab in Wandas schummriges, brutales Milieu – und ihre persönlichen Widersprüche.“ – Die Zeit
„Marschall schildert anhand der Person Wanda Kuchwaleks detailliert, wie es in einem Wien war, als es noch die Rotlichtvierteln in der Leopoldstadt und am Gürtel gab und die Lokale, in denen das verbotene Hasardspiel Stoß an der Tagesordnung war.“ – Oberösterreichische Nachrichten
„Der Autor und Journalist Clemens Marschall hat sich durch Zeitungs- und Polizeiarchive gewühlt, Wandas verschollen geglaubte, eigene Aufzeichnungen entdeckt und in nächtelangen Missionen Freund:innen und Zeitzeug:innen befragt.“ – FM4 Online
„Er schreibt Wanda weder zur feministischen Ikone hoch, noch verurteilt er sie. Stattdessen zeigt er, wie dünn die Linie zwischen Überleben und Untergang sein kann.“ – Woman

